Wenn Nerea auf den Skiern steht, ist sie in ihrem Element. Skifahren ist die grosse Passion der Neunjährigen. Sie fährt wie alle anderen die Piste herunter. Nur etwas fällt auf: Nerea ist mit nur einem Skistock unterwegs. Und diesen hält sie in der linken Hand.
Der Grund dafür: Nerea hat eine Beeinträchtigung. Eine angeborene unilaterale Cerebralparese auf der rechten Seite. Das heisst: Sie kann seit ihrer Geburt die rechte Körperhälfte nicht gut bewegen. Aber das hält sie nicht von ihrer grossen Leidenschaft – neben dem Schwimmen – ab: Skifahren. Seit sie drei Jahre alt ist, steht sie auf Skiern.
Sie ist ehrgeizig und möchte immer weiter kommen. Damit sich Nerea auf der Piste verbessern kann, bekommt sie Unterstützung von Billie Stump. Sie ist Skilehrerin und Bewegungstherapeutin sowie Trainerin bei PluSport. PluSport ist das Kompetenzzentrum für den Behindertensport in der Schweiz und fördert Menschen mit Behinderungen im Breiten- wie auch Spitzensport.
Ursprung der Paralympics
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- Zu den Olympischen Spielen gehören als mittlerweile fester Bestandteil auch die Paralympics. Das sind die Wettkämpfe für Menschen mit Behinderungen.
- Der britische Arzt Ludwig Guttmann behandelte nach dem Zweiten Weltkrieg Kriegsversehrte, die im Rollstuhl sassen. Seine Idee war: mit Sport den Menschen wieder Kraft geben.
- 1948 organisierte er im Rahmen der damaligen Olympischen Sommerspiele in London Wettkämpfe für seine Patienten. Damals traten 16 Menschen im Rollstuhl im Bogenschiessen gegeneinander an.
- 1960 fanden in Rom zum ersten Mal Wettkämpfe für mehr als 400 Athletinnen und Athleten mit Behinderungen aus 23 Ländern statt. Diese Wettkämpfe in Rom gelten als die ersten offiziellen Paralympics.
- Das Wort Paralympics ist übrigens zusammengesetzt aus dem griechischen Wort «para» (= «neben) und «Olympics». Die Paralympics finden immer etwa drei Wochen nach den olympischen Spielen statt. Am gleichen Ort.
- Bei den Paralympics 2026 in Milano Cortina vom 6. bis 15. März nehmen neun Athletinnen und Athleten aus der Schweiz teil.
«Nerea bringt nicht gleich viel Kraft auf die rechte Seite wie andere Kinder. Darum ist es für sie anstrengender, das Gleichgewicht zu halten», sagt Stump über Nereas Voraussetzung.
Statt rennen lieber Ski fahren
Doch Nerea lässt sich davon nicht beeindrucken und fährt flink die Rennpiste hinunter. Gibt es aber Dinge, die Nerea aufgrund ihrer Behinderung nicht kann? «Eigentlich kann ich alles. Nur springen, das fällt mir schwer», sagt sie. Beim Laufen sei sie etwas langsamer als die anderen. Doch im Schnee ist das offensichtlich anders. Da fährt sie allen davon.
Wer weiss: Vielleicht wird die Schweiz in ein paar Jahren Nerea an den Paralympics bejubeln können.
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