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SpaceX vor Börsengang: die Hintergründe

Published on 1.1.1970

Pläne mit SpaceX Der grösste Börsengang des Universums

Der reichste Mann der Welt soll einen Antrag auf einen US-Börsengang eingereicht haben. Dieser könnte mit einer Firmenbewertung bis zu 1.75 Billionen US-Dollar zum grössten Börsengang aller Zeiten führen. Das berichten Bloomberg und das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Insider.

Was bezweckt Elon Musk damit? Und was bedeutet das für die Raumfahrtindustrie?

1. Der Grund für die Pläne

«Der Grund ist schlicht und einfach Geld», sagt SRF-Börsenkorrespondent Jens Korte. Raumfahrttechnik ist extrem kostspielig, und die Pläne sind gross. Elon Musk will sein Satellitennetzwerk Starlink weiter ausbauen, die Raumfahrtprogramme intensivieren und: Er hat die Vision, Rechenzentren im All zu bauen und träumt davon, den Mars zu besiedeln. Das «Wall Street Journal» geht davon aus, dass SpaceX mit dem Börsengang zwischen 40 und 80 Milliarden US-Dollar einnehmen könnte. Elon Musk will das Vorhaben offenbar noch im Juni durchziehen. «Musk wird dann 55 Jahre alt. Und es gibt eine seltene Planetenkonstellation: Jupiter und Venus kommen sich dann sehr nahe. Man spricht auch vom ‹Kuss der Planeten›», so Korte.

2. Die Dominanz des Unternehmens

SpaceX gibt es seit 2002, es hat heute rund 13'000 Angestellte (Stand: 2024). Inzwischen ist es ein Unternehmen, das Raketen-, Satellitentechnik und künstliche Intelligenz vereint. Es hat seinen Sitz in Texas, seit Mai 2025 in einer eigenen Stadt namens «Starbase». Laut Simon Stähler, Dozent am Departement Erd- und Planetenwissenschaften der ETH Zürich, kann die Macht von SpaceX in der westlichen Raumfahrt kaum überschätzt werden: «Die Nasa ist vollkommen abhängig von SpaceX, was den Transport von Astronauten und Astronautinnen zur Raumstation ISS angeht.» Zudem seien internationale Regierungen angewiesen auf die Satellitendaten von Starlink.

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  • Bild 1 von 2. Drei Meter hoch thront Elon Musk vor der ehemaligen US-Gemeinde Boca Chica, kurz vor der mexikanischen Grenze. Bildquelle: Keystone / VALERIE GONZALEZ.

    Statue.
  • Bild 2 von 2. Im einstigen Dorf regiert nun SpaceX – wortwörtlich. Es wurde zur Stadt «Starbase» umbenannt, ein hochrangiger Angestellter wurde zum ersten Gemeindepräsidenten ernannt und SpaceX kaufte den Grossteil der Häuser. Bildquelle: IMAGO / Wirestock.

    Ortsschild, auf dem Starbase steht, im Hintergrund Baustellen.

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3. Der Mann dahinter

SpaceX, xAI, Tesla, X – Elon Musk besitzt Unternehmen in Schlüsseltechnologien und ist mit mehr als 800 Milliarden US-Dollar Vermögen (Schätzung Forbes) der reichste Mensch der Welt. Er hat sich bisher nicht zu einem möglichen Börsengang geäussert. Es deutet aber vieles darauf hin. Im Februar wurde bekannt, dass er SpaceX mit seinem KI-Unternehmen xAI zusammengelegt hat, um Letzeres mit den Milliarden aus SpaceX zu alimentieren. Als (noch) nicht börsenkotierte Firmen war das einfacher möglich.

Mann, der nach oben schaut.
Legende: Elon Musk ist dreifacher CEO – von SpaceX, Tesla und X. Keystone / SAUL LOEB / POOL

4. Sein Ansehen in der Branche

Raumfahrt-Experte Simon Stähler weist darauf hin, dass die Wahrnehmung Elon Musks in der Öffentlichkeit nicht mit jener in der Raumfahrtbranche übereinstimme: «Innerhalb der Branche werden die meisten Leute zugestehen, dass er ein sehr guter Ingenieur ist, aber noch mehr eine gute Führungspersönlichkeit; dass er unglaublich gut darin ist, sehr gute Talente zu finden, in seine Firma zu holen und sie dazu zu motivieren, alles zu geben, sie fast auszubrennen, für diese Firma.» Viele seiner Ideen seien zunächst «wild» gewesen, hätten schliesslich aber doch funktioniert. «Bei allen politischen Irrwegen, die er gegangen ist, ist es dieses Vermächtnis, das von ihm bleiben wird.»

5. Die Artemis-2-Mission

Für die gestern Mittwoch gestartete Mond-Mission Artemis 2 liefert SpaceX laut Simon Stähler keinen erwähnenswerten Beitrag. Das Unternehmen könnte aber ins Spiel kommen, wenn es um den Test und eine definitive Landung auf dem Mond geht. SpaceX könnte den Auftrag erhalten, die Landefähre zu bauen. Nach Angaben von SpaceX soll diese 2028 auf dem Mond zum Einsatz kommen. Im Spiel ist allerdings noch das Konkurrenzunternehmen Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos.

SRF Börse, 2.4.2026, 19:25 Uhr;liea

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