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Pflanzenbörse in Olten: Wenn ein Steckling 1299 Franken kostet

Published on 1.1.1970

In Olten SO findet im September jeweils die grösste Pflanzenbörse der Schweiz statt. Ein Augenschein vor Ort.

Es ist das Mekka für Zimmerpflanzenfans: die Plantswap in der Schützi im solothurnischen Olten. Über 30 Ausstellerinnen und Aussteller haben am Wochenende ihre Pflanzen und Setzlinge angeboten. Bekannte Arten wie Efeutute oder Monstera, vor allem aber auch wertvolle Raritäten.

Person hält Einkaufstasche mit grosser grüner Pflanze.
Legende: Die Monstera ist eine der bekannteren Zimmerpflanzen. An der Plantswap kommt diese meist nicht einfach mit simplen grünen Blättern daher, sondern wird in speziellen Färbungen angeboten. SRF / Nina Köpfer

Die meisten Gäste sind eingefleischte Pflanzenfans. Dabei gibt es unterschiedliche Typen, wie Mit-Organisatorin von Plantswap, Janine Küfer, erklärt. «Wir unterscheiden zwischen den Orchideen-Fans, den Kaktus- und Sukkulenten-Sammlern und der Aroid-Gruppe; den klassischen Zimmerpflanzenfans.»

Verschiedene Topfpflanzen und Kakteen vor einer Ziegelwand ausgestellt.
Legende: Für Kakteen und Sukkulenten begeistern sich laut Janine Küfer vor allem ältere Menschen. Ausserdem seien die meisten Sammler Männer. (Symbolbild) IMAGO/imagebroker

Mit Orchideen sowie Kakteen und Sukkulenten beschäftigen sich laut Küfer vor allem ältere Menschen. «Dort ist die Community während Corona eingebrochen, weil sie weniger auf sozialen Medien vernetzt ist.»

Jung, hip und urban

Ganz anders war das bei den Zimmerpflanzen. Sie erlebten während der Pandemie einen Boom bei den jüngeren Generationen. Das zeigt sich im Publikum der Börse, die auf Zimmerpflanzenfans ausgerichtet ist: Die Gäste wirken jung, hip und urban.

Auch Mit-Organisatorin Janine Küfer entdeckte erst während Corona ihren grünen Daumen. Inzwischen hat sie über 150 Pflanzen bei sich zu Hause. Eigentlich hatte sie nie vor, so einen grossen Anlass wie diese Börse auf die Beine zu stellen. «Während Corona habe ich über Facebook-Gruppen Pflanzen in der ganzen Schweiz verschickt und bestellt.» Daraus sei die Idee entstanden, sich mit ein paar Tauschwilligen zu treffen. «Statt der angemeldeten 15 Personen kamen dann 150 Leute.» Die Idee einer Tauschbörse war geboren.

Zimmerpflanzen sind im Trend und helfen der Psyche

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  • Bild 1 von 5. Welche Einflüsse Zimmerpflanzen konkret auf das psychische Wohlbefinden haben, wurde bisher wenig erforscht. In den letzten 20 Jahren haben aber die sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse in diesem Themenfeld stark zugenommen. Bildquelle: IMAGO / Pond5 Images.

    Heimbüro mit Laptop auf dem Schreibtisch und Pflanzen im Hintergrund.
  • Bild 2 von 5. Grundsätzlich ist die positive Wirkung der Natur auf das menschliche Wohlbefinden wissenschaftlich gut belegt. «Wir können uns in der Natur gut erholen und Stress abbauen», sagt die Umweltpsychologin Nicole Bauer. Sogar psychische Krankheiten wie Depressionen kann das Erleben von Natur vermindern. Bildquelle: IMAGO / Pond5 Images.

    Mehrere Zimmerpflanzen in Töpfen auf einem Regal.
  • Bild 3 von 5. Eine Studie aus den Niederlanden zeigte beispielsweise deutlich, dass es Angestellten besser geht, wenn sich in den Büroräumen Topfpflanzen befinden. Die Angestellten meldeten sich weniger krank und waren zufriedener mit ihrer Leistung. Bildquelle: IMAGO / Pond5 Images.

    Person sitzt an einem Tisch mit Pflanzen und liest ein Buch.
  • Bild 4 von 5. Auch bei Schülerinnen und Schülern zeigten sich ähnliche positive Effekte dank Zimmerpflanzen. Umgeben von Gewächsen konnten sie sich besser konzentrieren. Ergo stiegen ihre schulischen Leistungen. Bildquelle: IMAGO / Pond5 Images.

    Helles Wohnzimmer mit grauem Sofa, vielen Pflanzen und Holzmöbeln.
  • Bild 5 von 5. Ein wichtiger Punkt sei zudem die Pflege der Zimmerpflanze. «Wenn es meiner Pflanze gut geht, ist es gewissermassen mein Verdienst», so Bauer. Davon kämen Gefühle wie Zufriedenheit und Gelassenheit auf. Das beweist auch eine Studie aus Taiwan. Bildquelle: IMAGO / Pond5 Images.

    Helles Wohnzimmer mit vielen Zimmerpflanzen und einem Schaukelstuhl.

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Inzwischen erfreut sich die Pflanzenbörse grosser Beliebtheit. Bereits die vierte Ausgabe fand statt. Eine der Besucherinnen ist Alena Stettler aus Bern. Sie hat rund 150 Pflanzen zu Hause (oder 300, wenn man den Aussagen ihres Begleiters mehr Glauben schenkt).

Menschen auf einem Markt mit Pflanzen und Blumen.
Legende: In Wäschekörben oder Kartonschachteln werden die Einkäufe transportiert. An der Plantswap kann gekauft, aber auch getauscht werden. SRF / Nina Köpfer

«Ich finde es toll, dass man sich hier kennt. Für heute habe ich eine Wunschliste mitgebracht», sagt Stettler und fügt mit einem Schmunzeln an: «Ich habe einfach zu viele leere Töpfe zu Hause.»

Ein kleines Vermögen für einen Steckling

Antonio und Julianna Cimino haben mit den Zimmerpflanzen als Hobby angefangen. Inzwischen verkaufen sie ihre eigenen Setzlinge. «Vor vier Jahren haben wir angefangen», erzählt Antonio Cimino. «Inzwischen haben wir Zelte zu Hause, wo wir die Pflanzen züchten.»

Teure Raritäten an der Plantswap

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  • Bild 1 von 3. Die pinke Panaschierung der Blätter macht diese Zimmerpflanze so besonders. In der Schweiz ist das laut Anbieterin Julianna Cimino eine absolute Neuheit und Rarität. Bildquelle: SRF / Nina Köpfer.

    Kleine Pflanzen in durchsichtigen Plastikbechern.
  • Bild 2 von 3. Fast schon wie ein Schnäppchen wirken diese Stecklinge im Vergleich. Es sind alles Stecklinge der Alokasien-Pflanze. Bildquelle: SRF / Nina Köpfer.

    Verschiedene Topfpflanzen auf einem Regal.
  • Bild 3 von 3. Nein, das sind keine Ohrringe in Blätterform, die für 60 Franken oder mehr verkauft werden, sondern echte Blätter von Zimmerpflanzen. Bildquelle: SRF / Nina Köpfer.

    Nahaufnahme von versiegelten Beuteln mit getrockneten Blättern.

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Stolz präsentiert seine Frau ihre neueste Kreation: eine pink panaschierte Alocasia Sedenii. «Das ist eine neue und seltene Art», erklärt Cimino. 1299 Schweizer Franken kostet ein kleiner Steckling. Und ja, es gibt hier Menschen, die bereit seien, so viel dafür zu bezahlen, so Cimino. «Das ist eine Pflanze für Liebhaber.»

Auch Florian Schmutz betreibt einen Stand. Vom Suchtpotenzial der Zimmerpflanzen kann er ein Liedchen singen. Nach dem Kauf seiner ersten Alokasie – einer tropischen Zimmerpflanze – sei es eskaliert. «Dann hast du innerhalb eines Jahres plötzlich über 100 Pflanzen zu Hause.»

Nahaufnahme von grünen Pflanzen in einem Behälter mit einem Schild.
Legende: Viele Hobbyzüchterinnen und -züchter versuchen, Blätter mit speziellen Farben oder Pigmentierungen zu kreieren. Wenn dann doch nur eine grüne Pflanze heranwächst, findet sich diese an der Börse als Ramschware wieder. SRF / Nina Köpfer

Inzwischen ist das Züchten zum Hobby geworden. Er selbst hat auch schon über 1700 Franken für einen Steckling bezahlt.

Zwar sagt ein bekanntes Sprichwort, dass Glück nicht käuflich ist. In der Schützi in Olten waren am Wochenende aber viele Menschen überzeugt, dass man ihm zumindest beim Wachsen zuschauen kann.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 14.9.2026, 17:30 Uhr ; 

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