- Die Schweizer Armee versorgt vier Freiburger Alpen mit Wasser aus der Luft.
- Superpumas fliegen Gebiete an, die nicht über eine Strasse erreichbar sind.
- Grund für den Einsatz ist die anhaltende Trockenheit und die Wasserknappheit auf den Alpen.
Seit Mittwochmorgen steht die Schweizer Luftwaffe im Einsatz – bis spätestens diesen Freitag sollen die Transporte abgeschlossen sein. Vier Alpen fliegt die Armee insgesamt an. Damit entlastet sie die private Swiss Helicopters AG, die bereits seit dem 28. Juli im Einsatz steht und bisher sechs Alpen im Kanton versorgt hat.
Bis Ende dieser Woche werden die Armee und die Swiss Helicopter AG insgesamt rund 200'000 Liter Wasser in die Freiburger Alpen geliefert haben.
Verfrühten Alpabzug vermeiden
«Die Trockenheit in diesem Jahr ist vergleichbar mit 1976 und 2003», sagt Christophe Bifrare, Amtschef Bevölkerungsschutz und Militär des Kantons Freiburg, gegenüber SRF.
Das Vieh muss in den Alpen bleiben.
Darum habe der Kanton für den Vivisbach-, den Greyerz- und den Sensebezirk die besondere Lage verhängt. Das oberste Ziel: «Wir wollen erreichen, dass das Vieh in den Alpen bleibt.» Denn anders als im Tal gebe es in den höheren Lagen noch Gras. «Darum bringen wir das Wasser gezielt dorthin.»
Auf den betroffenen Alpen stehen zahlreiche Rinder und weitere Nutztiere. Ohne zusätzliche Wasserversorgung könne die Situation für die Alpwirtschaft rasch kritisch werden, erklärt Christophe Bifrare. Wasser sei nicht nur für die Tiere notwendig, sondern auch für die tägliche Arbeit auf den Alpen, etwa für die Herstellung von Alpkäse.
Ein verfrühter Alpabzug wäre laut Bifrare mit zahlreichen Problemen verbunden, etwa mit einem Futtermangel im Tal oder bedeutenden Einbussen in der Käsebranche.
Wie viel der Armeeeinsatz den Kanton Freiburg kostet, kann Christophe Bifrare – noch – nicht beziffern. «Aber die Direktion für Landwirtschaft hat etwa 20'000 Franken für die Unterstützung vorgesehen.»
Kapazität für andere Kantone
Bereits in früheren Jahren hat die Schweizer Armee bei der Wasserversorgung der Alpbetriebe ausgeholfen – in Freiburg sowie in anderen Kantonen.
Auch in diesem Jahr ist die Wasserknappheit nicht auf Freiburg beschränkt. Letzte Woche hat die Armee bereits zwei Alpen im Berner Oberland versorgt.
Da stellt sich die Frage: Hat die Armee genügend Kapazität, um auch noch anderenorts auszuhelfen? «Ja», sagt Yves Charrière, Brigadier bei der Schweizer Armee, «die Armee hat immer noch Reserven». Falls es zu einer nationalen Katastrophe käme, bräuchte es eine Priorisierung. «Diese machen aber nicht wir, sondern eine Konferenz der Kantone.» Die Armee führe letztlich nur einen Auftrag aus.