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Art Môtiers: Das Val-de-Travers als Freiluftgalerie

Published on 1.1.1970

Art Môtiers Das Tal des Absinths als Freiluftgalerie

Môtiers im Neuenburger Val-de-Travers verwandelt sich in eine Open-Air-Bühne für zeitgenössische Kunst, etwa von Pipilotti Rist und Olaf Breuning – unterstützt von 200 der 800 Einwohner.

Die bereits neunte Ausgabe des Kunstfestivals Art Môtiers zeigt 33 Schweizer Einzelkünstler und Kollektive, darunter Werke von Pipilotti Rist und Olaf Breuning.

Alle vier bis acht Jahre findet Art Môtiers statt, und das Dorf ist im Laufe der Zeit zu einem Freilichtmuseum geworden. Werke früherer Ausgaben stehen neben den neuen und verschmelzen schliesslich mit der Landschaft.

Kunst im Tal des Absinths

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  • Bild 1 von 7. «Soft Matter» von Julie Monot. Bildquelle: P. Simon-Vermot und E. Pellissier.

    Ein buntes Kunstwerk hängt zwischen Bäumen im Wald.
  • Bild 2 von 7. Totems von Augustin Rebetez. Bildquelle: P. Simon-Vermot und E. Pellissier.

    Drei weisse Skulpturen im Wald neben einem Bach.
  • Bild 3 von 7. «The Good Mother» von Noémie Doge. Bildquelle: P. Simon-Vermot und E. Pellissier.

    Innenraum einer Kirche mit hölzernen Kirchenbänken und französischen Zitaten an der Wand.
  • Bild 4 von 7. «La Spiritueuse» von Gina Fischli. Bildquelle: P. Simon-Vermot und E. Pellissier.

    Brunnen mit Gläsern und Tassen, aus denen Wasser fliesst.
  • Bild 5 von 7. «Nichts» von Pipilotti Rist. Bildquelle: P. Simon-Vermot und E. Pellissier.

    Holzkabine im Freien mit schwebenden Seifenblasen.
  • Bild 6 von 7. «Microcosmic Deep Exploration» von Martin Jakob. Bildquelle: P. Simon-Vermot und E. Pellissier.

    Lange Holzbank mit Metallbeinen inmitten grüner Vegetation im Wald.
  • Bild 7 von 7. «8 mm» von Olaf Breuning. Bildquelle: P. Simon-Vermot und E. Pellissier.

    Bronzestatue eines Affen, der mit einem roten Band spielt.

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Die Veranstaltung mobilisiert das ganze Dorf. «Von den 800 Einwohnerinnen und Einwohnern helfen 200 freiwillig», erzählt Emil Margot, Präsident der Veranstaltung und selbst Einwohner der Neuenburger Ortschaft, dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS. Einige stellen auch Grundstücke oder Räumlichkeiten zur Verfügung.

«Die Werke spielen mit den verschiedenen Typologien des Ortes, seinen Traditionen, wie dem Absinth, oder seinen Persönlichkeiten, wie Jean-Jacques Rousseau», so Emil Margot.

Die Ausstellungen sind teils interaktiv. Das Publikum kann verschiedene Orte betreten, sei es einen Tunnel, den geometrischen Grundriss eines Hauses oder Virtual-Reality-Räume, in denen man die Natur betrachtet, während man ganz unten im Loch ist. Kinder können in eine riesige Schneckenschale im Wald schlüpfen.

Einige Stimmen aus Môtiers:

Die Künstler haben das Dorf im Val-de-Travers besucht oder sogar für eine Weile dort gewohnt, um sich für ihre Werke inspirieren zu lassen. Das Werk «Chimère» trägt seinen Namen zu Recht: Denn der Wasserfall gegenüber, den Jean-Jacques Rousseau so mochte, ist ausgetrocknet. Für das Werk blieb die Waadtländerin Sandrine Pelletier mit ihrem Team drei Wochen vor Ort, um 250 Spiegel zu schneiden und zu polieren.

Der Waadtländer Adrien Chevalley lebte seinerseits fast zwei Wochen in einer «Open Studio»-Hütte, in der er Holzkreationen herstellte. Und im Wald oberhalb von Môtiers kann das Publikum die Spinnenfrau, fast giftige Blumen oder 13 seltsame Kreaturen von Augustin Rebetez entdecken.

Die Natur wird von mehreren Künstlern thematisiert. Der Neuenburger Martin Jakob bietet sieben Beobachtungstische an, die Massagetischen ähneln und das Publikum einladen, sich hinzulegen, um die natürliche Umgebung (Moos, Blätter, Insekten) besser betrachten zu können. Die Genferin Julie Semoroz lässt Holzstücke, die vom Buchdrucker-Käfer beschädigt wurden, mit Schallvibratoren erklingen, wie ein lebendiges Echo des Waldes.

Schiessen auf die Liebe

Die Waadtländerin Noémie Doge befasst sich mit dem Erbe des widersprüchlichen Denkens von Jean-Jacques Rousseau über die wesentliche Aufgabe der Frauen bei der Erziehung der Kinder, mit dem Modell der «guten Mutter». Die Luzernerin Mahtola Wittmer hat das Wort «Amour» auf die Zielscheiben des Schiessstandes geschrieben, als Echo auf die häusliche Gewalt, die Frauen erleiden.

Der Pate der Veranstaltung, Olaf Breuning, ein 56-jähriger Schaffhauser Künstler, der in New York lebt, hat das längste Werk seiner Karriere geschaffen, einen 150 m langen Stab, der die Präsenz des Menschen auf der Erde relativieren soll. Ein acht Millimeter kleines goldenes Stück, das von einem Affen gehalten wird, symbolisiert die kurze Zeitspanne, seit der der Homo sapiens erst hier ist.

Die St. Galler Künstlerin Pipilotti Rist hat «Nichts» reaktiviert, das 1999 für die Biennale von Venedig konzipiert wurde. Das Werk produziert mit Nebel gefüllte Seifenblasen. Es ist das einzige Werk unter den 33, das nicht für die Ausstellung neu geschaffen wurde.

Regionaljournal AG/SO, 6.8.2026, 8:31 Uhr;liea

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