Der Campingplatz am Schützenweiher am Stadtrand von Winterthur ist in die Jahre gekommen. Er stammt aus den 1950er-Jahren und ist nie grundlegend erneuert worden. Zudem entspricht er laut dem Stadtrat hinsichtlich Barrierefreiheit oder hygienischer Standards nicht mehr den heutigen Anforderungen.
Für den Stadtrat ist deshalb klar: Der Campingplatz soll für knapp sieben Millionen Franken aufgewertet werden. Zudem soll der TCS den Platz pachten und für den Tourismus attraktiv machen. Er beteiligt sich mit 1.5 Millionen Franken am Umbau.
Gegen diese Pläne gab es aber Widerstand. Denn rund 60 Dauercamperinnen und Dauercamper leben beim Schützenweiher am Stadtrand. Sie würden mit dem Neubau ihre Heimat verlieren. Zwar seien sie für eine Sanierung, aber gegen einen «Luxus-Camping», argumentierten sie. Im letzten Sommer haben sie das Referendum ergriffen und zustande gebracht.
Ganzes Gebiet soll aufgewertet werden
Das Gebiet, in dem der Campingplatz liegt, gehört zum Erholungsgebiet Rosenberg. Der ganze Raum soll nach den Plänen der Stadt aufgewertet werden.
Eine Strasse soll das Gebiet und den neuen Campingplatz erschliessen. Das ist mit einem Kredit von gut drei Millionen Franken verbunden. Auch gegen diesen ist das Referendum ergriffen worden. Die Stimmberechtigten müssen deshalb auch darüber entscheiden.
Schicksal der Dauergäste
Die Dauercamperinnen und Dauercamper beim Schützenweiher machten bereits auf sich aufmerksam, als der Stadtrat seine Pläne im Frühjahr 2025 publik machte.
Einige von ihnen leben schon Jahre oder gar Jahrzehnte dort. Sie alle geniessen die Freiheit, das Leben in der Natur und die Ruhe, wie sie in Gesprächen gegenüber SRF sagten. Sie wollen eigentlich bleiben. Auch die jetzigen Betreiber müssen den Campingplatz verlassen. Der Pachtvertrag läuft Ende September aus.
Stadtrat will Wohnen nicht erlauben
Bis zum Ablauf der Pachtfrist will der Stadtrat die Dauergäste zwar dulden, «aus Gründen der Verhältnismässigkeit». Doch er betonte auch mehrfach, dass Wohnen in der Erholungszone eigentlich schon heute nicht erlaubt sei.
Weitere Abstimmung in der Stadt Winterthur
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Die Stimmbevölkerung entscheidet weiter über einen Kredit in der Höhe von 276 Millionen Franken, um die Winterthurer Abwasserreinigungsanlage (ARA) zu erneuern.
Eine zusätzliche Reinigungsstufe soll Mikroverunreinigungen entfernen und die biologische Reinigung soll ausgebaut werden. Damit soll die Anlage auf den technisch neuesten Stand gebracht werden. Die Gewässer sollen dadurch besser geschützt werden.
Bei einem Nein der Stimmberechtigten würde das also nicht heissen, dass die Dauercamperinnen und Dauercamper bleiben dürften. Und der Stadtrat geht offenbar davon aus, dass ein Betrieb ohne eine umfassende Sanierung nicht möglich ist, «sodass der Campingplatz voraussichtlich zurückgebaut werden muss».
Keine klaren Linien im Parlament
Das Stadtparlament sagte mit 37 zu 16 Stimmen ja zum Neubau. Der Campingplatz sei ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt.
Die Parolen der Parteien zum Camping-Neubau
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Ja: SVP, EVP, GLP
Nein: FDP, Mitte-EDU, AL
Stimmfreigabe: SP, Grüne
Die Minderheit lehnte den Kredit einerseits wegen der Dauergäste ab, brachte aber auch finanzielle Gründe an, ob sich so ein Campingbetrieb rechnen würde. Dafür stimmten SP, GLP, EVP und SVP – dagegen waren AL, Mitte-/EDU-Fraktion und FDP. Die Grünen waren geteilter Meinung.
Abstimmungsdossier
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News und Hintergründe zu den Abstimmungen vom 14. Juni 2026.